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Ist Diabetes Schicksal?

Diabetes Typ 2, was tun?

Diabetes vom Typ 1 ist ein Schicksal, aber Diabetes vom Typ 2 lässt sich beeinflussen, zumindest was die Folgeerkrankungen betrifft. Das ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, denn weltweit hat sich die Anzahl der an Diabetes Erkrankten in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Das mag einerseits mit der verbesserten Diagnosetechnik zusammenhängen, durch die immer mehr Diabetesfälle erkannt und vernünftigerweise einer adäquaten Therapie zugeführt werden. Andererseits hängt es vermutlich auch mit dem steigenden Körpergewicht in nahezu allen Kulturkreisen und Ländern zusammen. So ist der Kampf gegen das Übergewicht und die Bewegungsarmut ein länderübergreifendes Problem, wobei die hochentwickelten Industrienationen stärker davon betroffen sind. Die Ursachen liegen auf der Hand. Veränderte Essengewohnheiten und die Möglichkeit, mehr Geld für die Ernährung ausgeben zu können, verändern die Nahrungszusammenstellung und besonders die Trinkgewohnheiten. Hinzu kommt, dass manche Kulturkreise ein generell genetisch bedingtes höheres Diabetesrisiko in sich tragen, zum Beispiel Menschen asiatischer Herkunft.

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Diabetes und Insulinanwendung

Diabetes: neue Technik der Insulinanwendung

Die Betroffenen werden es gerne hören, die lästige Spritzerei könnte bald ein Ende finden, wobei die Zeitspanne bis zur Marktreife vermutlich noch andauern wird.

Inhalieren von speziell dafür aufbereiteten Insulinformen soll das Applizieren von Insulin mittels Pen oder anderer Spritzenformen ersetzen.

Was ist bisher geschehen: 2006 gab es in den USA bereits ein solches Insulin-Inhalationsgerät von der Firma Pfitzer, vertrieben unter dem Namen Exubera. Das System wurde aber 2007 wieder vom Markt genommen. Die Inhalatortechnik war noch nicht ausgereift und für den Heimanwender auch zu teuer. Das Risiko für die Lunge, die ja dieses Insulin aufnehmen muss, war außerdem noch nicht gut genug untersucht.

Nun hat in den USA die dortige Arzneimittelüberwachungsbehörde FDA eine Zulassung für ein Mittel namens Afreeza erteilt. Der Hersteller ist die Firma Mankind Corp. Das Mittel wird aber noch nicht sofort auf den Markt kommen, es müssen noch weitere Studien, insbesonders zur Sicherheit bei pädiatrischen Patienten und zur Lungenproblematik gemacht werden.

Afreeza selbst ist ein schnell wirkendes Insulin und wird vermutlich nicht als kompletter Ersatz der basalen Insulintherapie verwendet werden können. Es ist wohl eher eine Ergänzung, einzusetzen vor den Mahlzeiten, zur Vermeidung von Blutzuckerspitzen.

Die Technik der Inhalation von Insulin wird aber an vielen Stellen weiter erforscht und könnte sich als die zukünftige Form der Insulinapplikation erweisen, zumindest solange es noch keine implantierbaren Blutzuckermessgeräte gibt, die dann die implantierte Insulinpumpe steuern und als Einheit eine künstliche Bauchspeicheldrüse abgeben.


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Diabetes und Ernährung

Diabetes vom Typ 2, Ernährung und was dahintersteckt

Die Nahrung, die wir zu uns nehmen, besteht in der Regel aus folgenden Komponenten:

  • Carbohydrate
  • Fett
  • Proteine
  • Zusatzstoffe, die aber für die Energiegewinnung nur sekundär eine Rolle spielen, wie Faserstoffe als unverdaulicher Ballast, Spurenelemente, Vitamine und andere Vitalstoffe

Carbohydrate

Ist der Sammelbegriff für auf Saccharidbasis aufgebaute Lebensmittel.
Mono- und Disaccharide sind die Zucker wie Glucose, Fructose und Lactose.
Polysaccharide sind die Stärkeprodukte, wie Getreide, Kartoffeln und Reis.
Das sind die in der Diabeteserkrankung relevanten Produkte und die gilt es zu bewerten und kontrolliert zu konsumieren.
Ein Gramm dieser Carbohydrate hat in etwa 4 kcal, und es ist nicht nur notwendig, diese in Bezug auf Insulin abzustimmen, sondern auch in Bezug auf Kalorien und Gewichtskontrolle.

Fette

Oder auch Triglyzeride genannt, weil diese aus drei Fettsauerenmolekülen bestehen und einem Glyzerin-Molekül.

Bei den Fetten unterscheidet man, da diese unterschiedlich günstig sind in unserer Nahrung, zwischen gesättigten und ungesättigten Fetten, respektive Fettsäuren.

Der Begriff „gesättigt“ kommt daher, dass bei dieser Fettsäure alle Kohlenstoffatome maximal viele Wasserstoffatome gebunden haben, die ungesättigten dagegen haben zwischen manchen Kohlenstoffatomen eine oder mehrere Doppelbindungen, also unterscheidet man noch zwischen einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Je nachdem, an welcher Stelle diese Doppelbindung steht, heißen diese dann zum Bespiel Omega-3 oder Omega-6-Fettsäure. Ungesättigte Fette kommen vorwiegend aus dem Pflanzenreich, z. B. von Olive, Sonnenblume oder Mais, und sind bei Zimmertemperatur flüssig, also Öle. Gesättigte Fette stammen vorwiegend aus dem Tierbereich, z. B. Butter oder Schmalz, und sind meist fest bei Zimmertemperatur. Ernährungswissenschaftler empfehlen die Balance zwischen den beiden Fettarten möglichst weit auf die ungesättigte Seite zu verschieben.

Fette liefern im Vergleich zu Carbohydraten etwa doppelt soviele Kalorien pro Gramm, spielen also in der Ernährung in Bezug auf Gewichtsreduzierung eine entscheidende Rolle.

Manche dieser Fette kann der menschliche Körper aus anderen Stoffen selbst herstellen, sie sind also nicht essentiell, andere hingegen müssen in der Nahrung enthalten sind, das sind die essentiellen Fette.

Proteine – Eiweißverbindungen

Aminosäuren
Bei den Aminosäuren gibt es ebenfalls essentielle und nicht essentielle, und die Diskussion entbrennt in jeder Diskussion mit Vegetariern und Veganern. Es werden dann immer Volksstämme angeführt, die seit Jahrhunderten ohne tierische Produkte auskommen. Möglicherweise sind diese Volksstämme aber angepasst über Generationen, wie die Tibeter, deren Gene so verändert sind, dass sie ohne Problem in großen Höhen leben können unter Bedingungen, die einen Mitteleuropäer töten würden.

Ein Gramm Protein liefert etwa 5 kcal, aber wie bei den anderen Produktgruppen muss unterschieden werden zwischen der Substanz und dem realen Lebensmittel, das je nach Typ mehr oder weniger Wasser mit beinhaltet, ebenso Fasern und Vitalstoffe.

Zusatzstoffe, Vitamine, Mineralien, Fasern
Bei der Betrachtung der Kalorienzufuhr in Bezug auf Gewichtsreduktion spielen diese Substanzen nur eine indirekte Rolle, in Bezug auf gesunde Ernährung natürlich eine sehr wichtige, und sind elementar für den menschlichen Körper.

Vitamin C   Ascorbinsäure
Vitamin B1   Thiamin
Vitamin B2   Riboflavin
Vitamin B3   Niacin oder Nicotinsäureamid
Vitamin B5   Pantothensäure
Vitamin B6   Pyridoxin
Vitamin B7   Biotin
Vitamin B11 Folsäure
Vitamin B12   Cobolamin
Vitamin A     Retinol
Vitamin D   Calciferol
Vitamin E    Tocopherol
Vitamin K   Phyllochinon
Vitamin K2   Menachinon

In welchem Lebensmittel normalerweise wieviel enthalten ist, kann man sehr schön unter Wikipedia, Stichwort Vitamine nachlesen.

Ähnlich verhält es sich mit den Spurenelementen, wo es verschiedene Einschätzungen gibt im Grenzbereich. Unstrittig benötigt der menschliche Körper Spuren von

  • Chrom
  • Kobald
  • Eisen
  • Jod
  • Kupfer
  • Mangan
  • Molybdaen
  • Selen
  • Zink

Fluor und Silicium in geringsten Spuren kann man vermutlich noch dazu rechen, nicht gesichert sind Elemente wie Arsen, Nickel, Rhubidium und Zinn.

Die Wirkungsweise mancher Spurenelemente und die notwendige Dosis pro Tag werden in vielen Quellen unterschiedlich bewertet. Aber es gilt, wie bei den Vitaminen: in einer ausgewogenen Ernährung ist alles vorhanden. Probleme treten nur dort auf, wo die Aufnahme aus der Nahrung gestört ist. Manche Diätvorschläge empfehlen allerdings eine mitunter sehr unausgewogene Bevorzugung und/oder Vermeidung gewisser Lebensmittel, und da sind solche Mangelzustände nicht ausgeschlossen.

Wieviele Kalorien braucht der Mensch pro Tag?

Dies ist von vielen Faktoren abhängig, die zwei wichtigsten sind die Lebensweise und die Körpergröße.

Körperliche Aktivitäten benötigen Energie, gesteigerte koerperliche Aktivitäten treiben den Kalorienverbrauch jedoch nicht in große Höhen. So ist der Unterschied zwischen einem Büroangestellten und einen Bergwerksarbeiter unter Tage nicht beim doppelten Kalorienverbrauch. Und sportliche Aktivitäten innerhalb dessen, was der Normalbürger als Sport treibt, werden als Maßnahme zur Gewichtsreduktion bei weitem überschätzt. Sie sind bestenfalls flankierende Maßnahmen, verbessern das körperliche Wohlbefinden und sind unerlässlich für die Psyche.

Wir reden hier nicht von Triathleten, Profiradfahrern bei der Tour de France oder anderen Sporttreibenden auf höchstem Leistungsniveau, sondern von Leuten, die zwei- bis dreimal pro Woche eine Stunde Ball spielen, joggen oder Rad fahren. 300 bis 500 Kalorien bei dieser Betätigung zu verbrauchen ist schon anstrengend und würde nur mit dem Verbrauch von 30 bis 50 Gramm Fett belohnt.

Abnehmen, egal unter welcher Diät und mit welchen Maßnahmen auch immer, muss von realistischen Vorstellungen ausgehen, wenn man krankmachende, körperschädliche Zustände ausschließt.

So könnte man durch die eiskalten Nordsee von Frankreich nach England durch den Ärmelkanal schwimmen und würde natürlich extrem abnehmen, weil das eiskalte Wasser dem Körper viel Wärme entzieht, die naturgemäß zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen nachproduziert werden muss. Das Beispiel zeigt, dass die Aufrechterhaltung unserer Körpertemperatur viel Energie verbraucht.

Der Kalorienverbrauch, respektieve die notwendige angepasste Ernährungsmenge ist selbstverständlich auch abhängig von der Körpergröße.

Der Kampf gegen das Übergewicht kann nur auf der Ernährungsseite gewonnen werden, eine Reduktion der täglichen Kalorienzufuhr und ein langfristiges Durchhalten dieser Gewohnheit ist das einzige sinnvolle Konzept und langfristig wirksam.


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Diabetes Folgeerkrankung Glaukom

Glaucom – im Volksmund Grüner Star genannt

Bei der Glaucomerkankung handelt es sich um eine Aushöhlung des Sehnervkopfes, wodurch Gesichtsfeldausfälle bis hin zur Erblindung entstehen können.

Ursachen eines Glaucoms sind vor allem ein erhöhter Augeninnendruck und/oder Mangeldurchblutung der Gefäße, die den Sehnerv versorgen. Dieses wird in neueren Studien erhärtet: Es konnte ein bis zu 25 % verminderter Blutfluss durch neuere Messverfahren ermittelt werden.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an alte Berichte, wonach unter TENS-Behandlung nach KAADA, als 2 Hz Applikation an der Hand, der Augeninnendruck sank. Ich konnte mir das damals nicht erklären, und der erhöhte Augeninnendruck war das Maß der Dinge. Aber TENS-Stimulation wird von vielen Diabetikern eingesetzt zur Linderung der Polyneuropathien, wobei auch hier die durchblutungsfördernde Wirkung wichtiger ist als die Schmerzlinderung, die normalerweise die TENS-Therapie sinnvoll macht.

Das Glaucom ist aber ein Sammelbegriff für Sehnervaushöhlung und kann sehr viele Ursachen haben, die von der Elektrostimulation nicht profitieren. Vor allem ist zwischen Offenwinkelglaucomen und Engwinkelglaucomen zu unterscheiden. Beim Offenwinkelglaucom kann das Kammerwasser im Auge über das sog. Trabekelwerk im Augenwinkel noch abfließen, und die Durchblutungsverminderung ist vermutlich der Grund für die Entstehung des Glaucoms, das sich schleichend über Jahre hinweg entwickeln kann. Nur Engwinckelglaucome machen sich drastisch bemerkbar und müssen auch unverzüglich behandelt werden, um eine Erblindung zu vermeiden.

Diabetikern ist deshalb zu raten, sich mindestens jährlich einer augenärztlichen Untersuchung zu unterziehen, da sie, neben anderen Risikofaktoren, ein hohes Risiko tragen, an einem Glaucom zu erkranken.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Sie reichen von Augentropfen mit Monosubstanzen und in Kombinationen mit Inhaltsstoffen wie Cholinergika, Betablockern, Carboanhydrasehemmern, Prostaglandine und vieles mehr über operative Methoden wie Trabekulektomie, sogar mittels Lasertechnik, bis hin zu internistischer Behandlung zur Normalisierung des Blutdruckes. Vor allem die Einstellung der Blutzuckerwerte ist hier wichtig.


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Diabetes und TENS

Diabetes

Die Entwicklung der tragbaren Elektrostimulatoren vom TENS-Typ erlaubt es, einige Auswirkung, die die Diabeteserkrankungen mit sich bringen, auf recht einfache Weise zu behandeln. So ist unter dem Namen „Wassereimer-TENS“ schon sehr lange eine einfache Methode zur Linderung der Schmerzen in den Unterschenkeln bekannt. Auch die mit der Zuckerkrankheit oft einhergehenden schlecht heilenden Wunden in diesem Gebiet können mit TENS behandelt werden. Es wird hier vor allem die Durchblutung angeregt, die diabetesbedingt bei den meisten Betroffenen immer schlechter wird, insbesonders wenn der Blutzuckerspiegel schlecht oder gar nicht eingestellt ist.

Um das zu verstehen, ist es notwendig, generell die Zuckerkrankheit besser zu verstehen.

Es gibt zwei generell verschiedene Formen der Zuckerkrankheit. Wenn man die schwangerschaftsbedingte Zuckerkrankheit dazuzählt, Gestose genannt bei den Medizinern, sind es sogar drei.

Typ 1 Diabetes

Hier liegt die Ursache in dem nicht oder in ungenügender Menge gebildeten Insulin, krankheits- oder genetisch bedingt. Weil die genetische Form oftmals schon im Kindesalter manifest wird, spricht man auch vom juvenilen Diabetes.

Hier ist es wichtig, möglichst frühzeitig mit dem Spritzen von Insulin zu beginnen und die Lebensgewohnheiten der Krankheit anzupassen.

Zum Spritzen von Insulin gibt es heute elegante Möglichkeiten, es werden jedoch seit vielen Jahren Methoden erforscht, um die Spritzerei überflüssig zu machen. Implantierbare Medikamentenpumpen gibt es schon lange, die, mit Insulin gefüllt, sogar dem Tagesablauf angepasste Insulinmengen abgeben können. Den entsprechenden Fühler dazu, der kontinuierlich im Körper den Blutzuckerspiegel misst und danach die Pumpe regelt, gibt es leider immer noch nicht. Wir müssen also weiter auf die künstliche Bauchspeicheldrüse warten.

Ein anderes Verfahren ist kurz vor der Marktreife: das Vernebeln des Insulins in so feine Tröpfchen, dass es als Aerosol eingeatmet und über die Lunge resorbiert werden kann. Aber auch hierfür ist die Messung des Blutzuckerspiegels über einen Blutstropfen immer noch notwendig. Andere Verfahren, zum Beispiel das Messen des Zuckergehaltes in der Tränenflüssigkeit und das Zurückrechnen auf den Blutzuckerwert, haben sich bisher nicht duchgesetzt.

Eine Heilung und damit einhergehende Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse verspricht man sich von der Stammzellentherapie in der Zukunft. Ob davon allerdings die momentan Betroffenen noch profitieren, kann bezweifelt werden.

Worin sieht man die Ursachen für die Ausbildung des Typ 1 Diabetes? Eine Theorie geht von einem mit dem Erbgut übertragenen Virus aus, das würde zusammenpassen mit der erblichen Disposition, an Diabetes zu erkranken. Allgemein spricht man von genetischen Dispositionen.

Typ 2 Diabetes

Hier liegt nicht eine ungenügende Insulinproduktion des Körpers vor, sondern dieser ist ganz oder eingeschränkt nicht in der Lage, das vom eigenen Körper erzeugte Insulin auch zu verwerten. Das kann verschiedene Ursachen haben. Eine, von uns aber zu beeinflussende, ist das Körpergewicht, respektive das Übergewicht.

Flankierend wird versucht, die Insulinsensitivität durch die Einnahme von Medikamenten zu verbessern. Eine Gruppe von Substanzen, die dies bewerkstelligen kann, sind die Sulfonylharnstoffe wie Thiazolidin, die andere Metformin. Welcher Gruppe man den Vorzug geben soll, wird unter den Fachleuten wegen der auftretenden Nebenwirkungen heiß diskutiert. Vor allem können Hypoglykämien auftreten, im Volksmund Unterzuckerungen genannt, die in ihrer Auswirkung viel gefährlicher sein können als zu hohe Blutzuckerwerte. Diese können vor allem Langzeitschäden verursachen, während drastische Unterzuckerung auch zum Tode führen kann. Sulfonylharnstoff steht auch in Verdacht, Schäden an Herz und Gefäßen zu verursachen – Organe, die beim Zuckerkranken oftmals schon vorgeschädigt sind. Metformin wird derzeit sogar als „Lebensverlängerer“ diskutiert, verglichen mit einem Kollektiv von nicht von der Zuckerkrankeit Betroffenen. Das Urteil muss jedoch den Fachleuten vorbehalten sein, und den Ergebnissen von Studien kann man nur bedingt vertrauen.

Unumstritten ist jedoch das Übergewicht der gravierendste Faktor in der Entstehung und dem Weiterbestehen des Typ 2 Diabetes. Der Bekämpfung des Übergewichtes werde ich mich daher in nachfolgenden Artikeln widmen. Dabei ist nicht gedacht an komplizierte und in ihrer Langzeitwirkung meist nutzlose Diätvorschriften, sondern an im Alltag gut umsetzbare Veränderungen der Lebensgewohnheiten und ergänzende Tipps in Zusammenhang mit Muskel- und Nervenstimulatoren, die 35 Jahre zum Kernbereich meiner Entwicklungen gehörten.

Schwangerschaftsdiabetes – Gestose

Dies ist eigentlich kein dritter Typ von Diabetes; er tritt nur unter den Bedingungen der Schwangerschaft auf und betrifft etwa 15 % der Schwangeren. Hier ist eine Verminderung der Proteinzufuhr die einzig sinnvolle Therapie, wobei dieser dadurch Grenzen gesetzt sind, dass die Schwangere zur Entwicklung der Leibesfrucht eine gewisse Menge Proteine benötigt. Die schwangerschaftsgetriggerte Zuckererkrankung kann sich zu einer Diabeteserkrankung des Typs 2 entwickeln.

Was kann die Transkutane Nervenstimulation, TNS oder TENS abgekürzt, im täglichen Leben eines an Diabetes Erkrankten beitragen?

Allen an Diabetes Erkrankten ist gemeinsam, dass durch nicht optimale Einstellung des Blutzuckerspiegels, generell oder auch nur über tagesablaufsbedingte Veränderungen, Mangeldurchblutungen entstehen können. Diese können dann sekundär wiederum zu anderen Symptomen führen wie Polyneuropathien, schlecht heilende Wunden und vieles mehr. Hier kann die Anwendung eines Transkutanen Nervenstimulators (TENS-Gerät) sinnvoll sein.

Die Stimulation kann zum Beispiel mit 2 Hz über Akupunkturpunkte an der Hand erfolgen (eine Elektrode über dem Punkt Di 4, die Gegenelektrode an der Handkante – Due-Meridian) oder über die sog. „Wassereimer-Methode“ Verwendung finden. Diese ist insbesonders zu empfehlen, wenn die Durchblutungsprobleme im Bereich der Unterschenkel lokalisiert sind. Auch hierzu liegen Studien vor.

Die Stimulation an der Hand mit 2 Hz oder 2 Hz Burst-Impulsen wurde schon vor vielen Jahren von dem norwegischen Neurophysiologen KAADA erforscht und ist gut dokumentiert.

Studie zum Thema TENS beim diabetsichen Fuss

Forst T et al. (1997) Comparison of the microvascular response to transcutaneous electrical nerve stimulation and postocclusive ischemia in the diabetic foot. J Diabetes Complications. 1997 Sep-Oct; 11(5):291-7.
Den Abstract finden Sie hier.

Elektrodenanlagen zur Verwendung von TENS beim diabetischen Fuss

Wassereimer TENS

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Für diese TENS Anwendung benötigen Sie 2 Eimer, die Sie mit Leitungswasser befüllen und 2 Silikonelektroden ab der Grösse 5×5 cm. Es wird nur ein Kanal Ihres TENS Gerätes verwendet.

TENS Anwendung mit Textil-Handsocken auch Stimulationssocken genannt

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Für diese TENS Anwendung benötigen Sie 2 Textilsocken in denen einen Metallfaden eingenäht ist. Diese Elektroden werden Stimulationssocken genannt.

TENS Anwendung mit Klebeelektroden oder Silikonelektroden

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Für diese TENS Anwendung können Sie entweder Silikonelektroden mit Kontaktgel verwenden oder Selbstklebende Elektroden. Bei dieser TENS Anwendung benötigen Sie 2 Kanäle (also 4 Elektroden).


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Elektrische Muskel Stimulation (EMS) im Sport

Dr. med. Bertram Disselhoff schreibt in einem Artikel zum Thema neuromuskulärer Elektrostimulation (NMES) und Sport und bietet einen Überblick der neusten Studienlage, Eigenschaften und Effizienz der neuromuskulärer Elektrostimulation – auch Muskelstimulation genannt. Hersteller von EMS dürften sich freuen: Muskelstimulation etabliert sich immer mehr im Sport so Dr. Bertram Disselhoff. Der Artikel ist in der dritte Ausgabe des Jahres 2014 vom MedicalSportsNetwork zu lesen.

„Elektrische Muskelstimulation“ von Dr. med. Bertram Disselhoff, MSN 3/14.

EMS im Sport

EMS im Sport